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    Veröffentlicht: 08.10.2017
    Von WERNER JÜRGENS

    Alternatives Verkehrskonzept für Ostfriesland gefragt


    Vortrag des Verkehrsexperten Dr. Karl-Georg Schroll im Auricher Europahaus
    Starker Verkehr wie er tagtäglich in Aurich zu beobachten ist.  ©WERNER JÜRGENS
    Starker Verkehr wie er tagtäglich in Aurich zu beobachten ist.  ©WERNER JÜRGENS
    AURICH
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    Er fordert ein „neues Leitbild für die Mobilität“. Wie das für Ostfriesland aussehen könnte, das erläuterte Dr. Karl-Georg Schroll in einem Vortrag unter dem Motto „Anders mobil“ kürzlich im Auricher Europahaus. Ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für den Verkehrsexperten ist dabei die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs.


    Dr. Karl-Georg Schroll, der inzwischen in Trier lebt, ist in Ostfriesland kein Unbekannter. Der Wissenschaftler war früher einmal als Verkehrsplaner in und um Aurich tätig. Ein paar seiner alten Pläne hatte er am Donnerstag mit ins Europahaus gebracht. Manches von dem, was dort drin steht, ist aus seiner Sicht nämlich alles andere als veraltet. Aurich leidet nach wie vor „unter einem hohen Kfz-Druck“, so Dr. Schroll. Etwa 120000 Fahrzeuge würden sich im Verlaufe eines Tages von allen Seiten auf die Stadt im Herzen Ostfrieslands zubewegen, rechnete der Experte vor. Die geplante Umgehungsstraße B 210n würde hier aus seiner Sicht kaum Entlastung schaffen, zumal er ernsthaft bezweifelt, ob sie aufgrund der hohen Kosten und der Risiken für die Umwelt überhaupt jemals gebaut werden wird. „Das ist doch eher ein sehr vages Versprechen“, meinte Dr. Schroll, dem die ständige Fokussierung auf das „Lieblingskind Auto“ ohnehin ein Dorn im Auge ist.


    Stattdessen sollten sich sowohl der Gesetzgeber als auch die Kommunen mehr auf den öffentlichen Personennahverkehr konzentrieren. Eine sinnvolle Option für Ostfriesland wäre demnach die Reaktivierung der Personenbeförderung auf der Schiene von und nach Aurich über den ehemaligen Knotenpunkt Abelitz. Das Ganze ließe sich laut Dr. Schroll problemlos so organisieren. Dabei ist die Frage, wie schnell man zum Beispiel von Aurich nach Emden gelangt, für ihn eher zweitrangig. Wesentlich wichtiger wären ihm genügend Zustiegsmöglichkeiten.


    Den kompletten Bericht lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe.