Artikel
    Veröffentlicht: 08.10.2017
    JW/LPD

    Blankes Wasser auf Äckern und Weiden


    Kreislandwirt Tannen: „Das habe ich in mehr als 25 Berufsjahren noch nicht erlebt“
    Hier hat das Wetter die Mais-Ernte gestoppt. Angesichts der Regenmengen ist fraglich,   ©KLAUS-DIETER HEIMANN
    Hier hat das Wetter die Mais-Ernte gestoppt. Angesichts der Regenmengen ist fraglich,   ©KLAUS-DIETER HEIMANN
    JEVERLAND
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    Nach einem mehr als durchwachsenen Sommer hatten die Landwirte auf einen sonnigen Herbstauftakt gesetzt. Derzeit allerdings gehen diese Träume in sehr viel Regen unter. „So ein verrücktes Jahr habe ich in meinen mehr als 25 Berufsjahren noch nicht erlebt“, sagt Wittmunds Kreislandwirt Manfred Tannen.


    Die Böden seien durch tägliche und zumeist ergiebige Regenfälle total aufgeweicht. Es sei jetzt eine lange Periode mit trockenen und sonnigen Tagen notwendig, damit die Flächen wieder soweit abtrocknen können, dass sie zumindest befahrbar sind.


    Die Herbstbestellung ist vielerorts noch gar nicht begonnen worden. „Viele Bauern haben noch keine Wintersaaten wie Winterweizen säen können, häufig noch nicht einmal die Bodenbearbeitung erledigt“, beschreibt Tannen die Probleme. Lediglich der Winterraps sei in der Erde, die zarten Pflanzen würden jetzt aber regelrecht absaufen. Auch die Maisernte ist auf den vom Regen aufgeweichten Marschböden zurzeit allenfalls unter großen Kraftanstrengungen möglich. „Unsere Ackerbauern müssen ihre Anbaupläne zumeist grundlegend umstellen, weil sie ihre Felder nicht wie geplant bestellen konnten“, so Tannen.


    Auf den Grünlandstandorten an der Küste haben die Milchkühe bereits wieder ihre Ställe bezogen, auch das Jungvieh fühlt sich auf den durchnässten Weiden nicht mehr wohl.


    Auf vielen Wiesen vergammelt jetzt der letzte Silageschnitt, weil er auf Grund der Wetterlage nicht geborgen werden konnte. Die engen Zeitfenster durch die Witterungsunbilden sorgen bei den Lohnunternehmen und Maschinenringen ebenfalls für viel Verdruss: Sie müssen ihre Einsätze immer wieder neu kalkulieren und wesentlich längere Arbeitszeiten einplanen. Die Folgen der stetigen, ergiebigen Niederschläge, die seit Mitte Juli immer wieder niedergehen, werden für die Landwirte noch lange bemerkbar bleiben.

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