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    Veröffentlicht: 10.09.2017
    OS

    Christian Ehring liefert in Schortens ein Feuerwerk an Pointen zum Auftakt


    Kabarettist begeistert das Publikum
      ©ANNETTE KELLIN
      ©ANNETTE KELLIN
    SCHORTENS
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    Die kurzen Nächte machen Christian Ehring offensichtlich nichts aus. Frisch, witzig, frech und bissig glänzte der Kabarettist, der vor Kurzem wieder Vater geworden ist, zum Auftakt der neuen Spielzeit im Bürgerhaus Schortens mit „Keine weiteren Fragen“. Das Publikum war begeistert.


    Eine Zugabe gab es trotzdem nicht, die war beim Programm schlicht nicht vorgesehen. Dafür hatte der 44-Jährige CDs dabei, die er günstig zugunsten des Engagements für Flüchtlinge abgab. Der Auftritt im Bürgerhaus ersetzte einen Termin im April, den Ehring abgesagt hatte, weil er um den Zeitpunkt herum noch einmal Vater werde sollte. Der wenige Wochen alte Sohn war jetzt ebenso Teil des Programms wie seine Frau und der mittlerweile 18-jährige Sohn, über den er sich nur wundern kann, wenn der ihm rät: „Ey Papa, chill mal deine Base.“ Er sei beruflich zu viel unterwegs, mutmaßt der Kabarettist, da spreche man irgendwann nicht mehr die gleiche Sprache.


    Hinlänglich bekannt ist Ehring als Anchorman aus „Extra-3“, nicht immer politisch korrekt geht er keinem Streit aus dem Weg. Auch in Schortens provoziert er gerne ganz persönlich, schaut sich die heimische Tageszeitung an und amüsiert sich darüber, dass hier die lokalen Geschehnisse deutlich mehr Stellenwert haben als die „große Politik“, erinnert sich an einen Auftritt mit „Jewer-Problemen“ und regt sich schrecklich über „Landlust“ auf, ein Magazin, das seiner Meinung nach ein völlig verzerrtes Bild des ländlichen Lebens zeigt.


    Die Migranten liegen ihm sehr am Herzen, darauf kommt er immer wieder zurück, entlarvt Vorurteile und merkwürdige Erwartungen – hier wie dort. Es geht um die Defizite in der Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern – „peinlich, dass man darüber im Jahr 2017 immer noch reden muss“, um das Verramschen von Lebensmitteln, um Skandale im Vatikan und vegane Kinderlieder. Um was bitte? Genau, vegane Kinderlieder – heute kann man mit „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ schließlich niemandem mehr kommen…