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    Veröffentlicht: 07.02.2019
    WJÜ

    Abschied vom Austragungsort Aurich ohne friesische Sieger


    Braunschweiger Filmklappe räumt beim Landesentscheid ganz groß ab
     Moderator Harro Füllgrabe im Gespräch mit der Leiterin des Auricher Medienzentrums Carola Krull.   ©WERNER JÜRGENS
    Moderator Harro Füllgrabe im Gespräch mit der Leiterin des Auricher Medienzentrums Carola Krull.   ©WERNER JÜRGENS
    AURICH
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    Er wollte junge kreative Filmemacher fördern und ihnen ein bisschen ein Gefühl von Hollywood und Rotem Teppich vermitteln. So entwickelte der 2009 verstorbene Pädagoge Franz Traxler die Idee zum Nachwuchs-Kurzfilmwettbewerb Auricher Filmklappe. Die startete 2002 zunächst auf regionaler Ebene und ist inzwischen zum Landesentscheid ausgeweitet worden. Jetzt wurden die Gewinner der 11. Niedersachsen-Filmklappe gekürt, wie bisher in der Auricher Stadthalle. Beim nächsten Mal soll die Zeremonie in Hannover stattfinden, wie die Leiterin des Auricher Medienzentrums Carola Krull bekannt gab.


    „Abräumer“ anno 2019 waren die Beiträge der Braunschweiger Filmklappe, die in drei Hauptkategorien die Nase vorn hatten. Von den aus Ostfriesland eingereichten Kurzfilmen konnte sich letztlich keiner durchsetzen. Nichtsdestotrotz hatten sich sämtliche Teilnehmer mit ihren insgesamt 61 eingereichten Filmen ein dickes Lob verdient. „Das hier ist nur das Sahnehäubchen für eine gute Leistung, die ihr ohnehin schon erbracht habt“, meinte Harro Füllgrabe. Der durch die Fernsehsendung „Galileo“ bekannte TV-Star moderierte die Veranstaltung und lieferte dabei auch ein paar kurzweilige Anekdoten aus seiner beruflichen und ostfriesischen Vergangenheit, tiefe Einblicken in sein persönliches Fotoalbum inklusive.


    Grund zur Freude hatte die zur Braunschweiger Filmklappe gehörende Film-AG des Peiner Gymnasiums am Silberkamp. Bei den Jahrgangsstufen 5 bis 7 schaffte sie mit einer Neu-Interpretation von Erich Kästners Klassiker „Das doppelte Lottchen“ den Sieg – und die älteren Film-AG-Mitschüler der Klassen 8 bis 10 überzeugten mit ihrer von Steven Spielbergs „Zurück in die Zukunft“ inspirierten Zeitsprung-Story. Auch Rang eins bei den Förderschulen ging in die Region Braunschweig. Hier gewann die Peter-Paul-Räuber-Schule aus Wolfenbüttel mit „Leila ist online“, in dem sich die Nachwuchsfilmemacher mit dem schwierigen Thema Missbrauch auseinandergesetzt haben.


    Dass manchmal eine gute Idee mit einer überraschenden Wendung ausreicht, um zu überzeugen, bewies ein Filmteam vom Bildungszentrum Technik und Gestaltung Oldenburg. Deren Beitrag „Gangster“, der geschickt Erwartungen schürt, aber am Ende eben doch nicht bedient, dauert kaum drei Minuten und war in der Kategorie Oberstufe/BBS dennoch nicht zu schlagen.