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    Veröffentlicht: 03.11.2019
    BOE

    Acht Kommandanten in 15 Dienstjahren


    Rückblick auf Einsätze der Fregatte „Sachsen“ – Festakt im Stützpunkt Wilhelmshaven
      ©DIETMAR BÖKHAUS
      ©DIETMAR BÖKHAUS
    WILHELMSHAVEN
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    Gerade erst hatte Fregattenkapitän Philipp Vögtl als achter Kommandant das Kommando über das Kampfschiff Fregatte „Sachsen“ übernommen, schon stand ihm rund eine Woche später ein weiterer großer Festakt bevor. Denn er empfing im Nato-Saal des Marinestützpunktes Wilhelmshaven zahlreiche geladene Gäste, um den 15. Jahrestag der Indienststellung der „Sachsen“ mit einem offiziellen Zeremoniell zu begehen.


    Die Fregatte „Sachsen“ ist das Typschiff der Klasse 124 mit drei Fregatten der Deutschen Marine. Sie wurde am 4. November 2004 in Dienst gestellt – genau heute vor 15 Jahren. „Schiffe sind weiblich und bei einer Dame sieht man nicht auf das Alter“, scherzte Fregattenkapitän Vögtl.


    Musikalisch umrahmt wurde das Zeremoniell vom Marinemusikkorps Wilhelmshaven. „Wenn auch noch in kleiner Besetzung, sind wir doch froh, dass die Marine im größten Standort der Bundeswehr nun ein eigenes Musikkorps hat“, sagte Musikkorps-Leiter Fregattenkapitän Matthias Prock.


    Unter den Gästen waren auch viele ehemalige Besatzungsangehörige sowie vier ehemalige Kommandanten, „die das Schiff geformt haben“, sagte Fregattenkapitän Vögtl. Er ließ die 15 Jahre der Fregatte Revue passieren und lobte ebenso alle ehemaligen sowie aktuellen Besatzungsmitglieder, die einem Haufen Stahl Leben eingehaucht und das Schiff zu dem gemacht hätten, was es heute sei.


    Schon vor ihrer Indienststellung hatte die Fregatte mehrere 10000 Seemeilen auf dem Tacho. Erprobungsfahrten gingen bis nach Madeira und Hawaii. „Das Schiff und die Besatzungen waren immer als ,Botschafter in Blau‘ unterwegs, um die deutsche und die sächsische Flagge zu vertreten“, sagte Philipp Vögtl. Derzeit liegt die „Sachsen“ im Marinearsenal zur planmäßigen Werftinstandsetzung.


    In ihren 15 Dienstjahren war die Fregatte unter anderem in die Operation Atalanta zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias, in der „Standing NATO Maritime Group 1 und 2“ sowie in der Seeraumüberwachungsoperation „Sea Guardian“ der Nato eingebunden. Den Einsatz in der „Eunavfor Med“ im Mittelmeer beendete die Fregatte im Mai 2018 nach 120 Einsatztagen. Hier retteten die Besatzungsangehörigen 403 Menschen aus Seenot, wobei das Schiff mehr als 20000 Seemeilen zurücklegte.


    Im Juni 2018 kam es bei einem Übungsschießen in einem norwegischen Test- und Übungsgebiet zu einem Raketen-Unfall auf dem Schiff. Der Antrieb einer Flugabwehrrakete brannte kurz nach dem Abfeuern ab, ohne dass der Flugkörper den Starter verließ. Die Besatzung reagierte schnell und löschte den Brand auf der „Sachsen“, verletzt wurde niemand.