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    Veröffentlicht: 13.08.2019
    MARI

    Missbrauchsprozess: Mehr als zehn Jahre Haft für Pflegevater


    Landgericht Aurich ordnet zudem die anschließende Sicherheitsverwahrung des 57-Jährigen an
    Der 57-jährige Angeklagte mit seiner Anwältin Insa Peters-Rehwinkel wurde zu mehr als zehn Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.  ©MARTINA RICKEN
    Der 57-jährige Angeklagte mit seiner Anwältin Insa Peters-Rehwinkel wurde zu mehr als zehn Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.  ©MARTINA RICKEN
    AURICH
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    Das Landgericht Aurich hat einen 57-jährigen Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten sowie anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das bedeutet, dass der Mann theoretisch unbegrenzt eingesperrt bleiben kann.


    Außerdem wurde der Angeklagte zu Schmerzensgeldzahlungen an ein Opfer verpflichtet. Der Nebenkläger hatte mit einem Antrag 45.000 Euro gefordert. Die Höhe des Betrags legte das Gericht allerdings nicht fest.


    Die Kammer verurteilte den Angeklagten in insgesamt 89 Fällen, davon drei des schweren sexuellen Missbrauchs, begangen an sieben Kindern und Jugendlichen. Die Opfer waren ihm als Pflegekinder oder zur Erziehung in pädagogischen Einrichtungen anvertraut. Auch drei seiner Neffen hat der 57-Jährige missbraucht. Der Gutachter hatte ihm schwere Pädophilie, aber volle Schuldfähigkeit bescheinigt. „Der Angeklagte hat in keiner Weise, nicht mal ansatzweise, Einsicht in seine Krankheit oder Unrechtsbewusstsein gezeigt“, sagte der Vorsitzende Richter Malte Sanders. Der Angeklagte habe jede Gelegenheit genutzt, um sich an den Kindern zu vergehen. Dies hätten die Geschädigten glaubhaft und plausibel dargestellt, sagte der Vorsitzende in seiner Urteilsbegründung.


    Der in Krefeld geborene Deutsche hatte sich als Pflegevater von 1999 bis 2014 in Aurich, Großefehn und Großheide jahrelang an mehreren Jungen vergangen. Die Opfer waren zur Tatzeit fünf, neun oder zehn Jahre alt oder im Jugendlichen-Alter. Die meisten der Opfer lebten bei dem Angeklagten und seiner Frau.


    Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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