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    Veröffentlicht: 07.02.2019
    JW

    Nahverkehr im Kreis Friesland innovativ gestalten


    Junge Union fordert moderne Konzepte
    Bei der Reform des Nahverkehrsplanes für den Landkreis Friesland kommen der Jungen Union JU Friesland innovative Konzepte viel zu kurz.   ©CARSTEN REIMER
    Bei der Reform des Nahverkehrsplanes für den Landkreis Friesland kommen der Jungen Union JU Friesland innovative Konzepte viel zu kurz.   ©CARSTEN REIMER
    FRIESLAND
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    Bei der Reform des Nahverkehrsplanes für den Landkreis Friesland kommen der Jungen Union (JU) Friesland innovative Konzepte viel zu kurz. Sich lediglich auf den Ausbau des bislang „nur rudimentär“ vorhandenen Busnetzes zu beschränken, sei nahezu „irrwitzig“, wie der stellvertretende JU-Vorsitzende Tjark Waculik in einer Pressemitteilung feststellt. Zwar sei auch ein Ausbau der Buslinien unumgänglich, „besonders wenn man bedenkt, dass ein Angebot geschaffen werden muss, um etwa den touristischen Verkehrsbedarf zu bedienen“, aber traditioneller ÖPNV könne nur ein Teilbaustein eines Gesamtverkehrskonzeptes in ländlichen Regionen sein.


    An Populismus grenze es, die Hoffnung zu wecken, man könne den Landkreis innerhalb weniger Jahre in Sachen ÖPNV an die Verhältnisse in Großstädten angleichen, wie es Umweltminister Olaf Lies verlauten lasse.


    Was ländliche Regionen bräuchten, um den Nahverkehr auf solidere Beine zu stellen, seien „innovative Konzepte und die Erkenntnis dafür, eher diese auch finanziell zu fördern, anstatt den herkömmlichen Busverkehr aus den ohnehin klammen Kassen in Gänze selbst zu schultern“. Waculik verweist auf einen Testlauf des sogenannten „Ecobus“ des Max-Planck-Instituts im Harz. „Dabei können Fahrgäste ihre Tour per App, Internet oder Telefon buchen, wonach ein Algorithmus dafür sorgt, dass Fahrgäste mit ähnlichem Start und Ziel unterwegs aufgelesen werden. Feste Fahrpläne oder Linien braucht es dafür nicht.“ Waculik räumt ein, es sei schwierig, ein solches Konzept auf dem Land rein privatwirtschaftlich oder kostendeckend zu betreiben.“ Machbar sei es. Hier könne die öffentliche Hand gegebenenfalls auch immer noch subventionieren. Ähnliche Konzepte verfolge zurzeit die Volkswagen-Tochter „Moia“ in Hamburg und Hannover.


    Der Landkreis sei gefragt, „nicht länger die Augen zu verschließen und mit den Entwicklern solcher Alternativen in Kontakt zu treten – und das bitte zeitnah“. Selbst wenn dies den Bedarf in seiner Gesamtheit nicht abdecke, so sei es ein wichtiger Baustein, der Teil eines Gesamtkonzeptes sein müsse. Doch auch Ideen wie Carsharing oder Taxigutscheine für Ältere – notfalls subventioniert – würden sicher dazu führen, dass weniger Menschen zum Autokauf tendierten und somit einen Beitrag für die Umwelt leisteten.