Artikel
    Veröffentlicht: 27.09.2016
    HBU

    Projekt für starke Frauen und mutige Mädchen im Schlossmuseum


    Angebot richtet sich an Einheimische und Flüchtlinge – Wissenschaftsministerium trägt die gesamten Kosten
    Bei der Vorstellung des Projekts „Starke Frauen – mutige Mädchen“ im Bild von links Enne Freese, Rainer Schmidt, Dr. Ursula Lücke, Elke Rohlfs-Jacob, Anja Marrack und Dr. Antje Sander.  ©HELMUT BURLAGER
    Bei der Vorstellung des Projekts „Starke Frauen – mutige Mädchen“ im Bild von links Enne Freese, Rainer Schmidt, Dr. Ursula Lücke, Elke Rohlfs-Jacob, Anja Marrack und Dr. Antje Sander.  ©HELMUT BURLAGER
    JEVER
     – 

    Im Schlossmuseum beginnt in dieser Woche das Projekt „Starke Frauen – mutige Mädchen“, das mehrere Ziele verfolgt: Mädchen und junge Frauen verschiedener Herkunft stärken, sie mit dem kulturellen Erbe der Region vertraut machen und die Integration junger weiblicher Flüchtlinge zu fördern.


    Das Konzept hat die Museumspädagogin Anja Marrack, Mitarbeiterin des Museums, erarbeitet und damit auch die Gremien überzeugt, die beim Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft über die Vergabe von Fördermitteln aus dem Topf „Kultur macht stark“ entscheiden. Rund 42 000 Euro sind für das Projekt in Jever bewilligt worden, es ist damit voll finanziert. Über einen Zeitraum von acht Monaten sollen nun Mädchen und junge Frauen aus drei Altersgruppen die Möglichkeit haben, in Projektgruppen das Museum und die Stadt zu entdecken und gemeinsam etwas zu erarbeiten.


    „Einmal Prinzessin“ heißt das Angebot für die Jüngsten zwischen sechs und zwölf, bei dem Spiel und Spaß im Vordergrund stehen. „Mode in historischem Gewand“ ist das Thema für die Zehn- bis Fünfzehnjährigen, die mit Nadel und Faden der Frauenkleidung im Wandel der Zeiten auf der Spur sein werden. Schließlich für junge Damen zwischen 15 und 18 das Projekt „An die Kette gehängt“, bei dem es um Metallverarbeitung und Edelmetallgestaltung in Mädchenhand geht.


    Mit dem Hinweis „Alle Sprachen willkommen“ auf dem Flugblatt ist zudem umrissen, worum es abgesehen vom kulturellen Angebot auch geht: darum nämlich, junge weibliche Flüchtlinge nach Möglichkeit mit einheimischen Mädchen in Kontakt zu bringen. Die Idee entstand schließlich einerseits aus den Vorbereitungen für den „Frauenort“ Jever, andererseits aus dem Kontakt zwischen dem Schlossmuseum und den Johannitern, die die mittlerweile geschlossene Flüchtlingsunterkunft am Schlosserplatz betrieben haben und sich jetzt bereiterklärten, das neue Projekt logistisch zu unterstützen. Den Kontakt zu Flüchtlingsfamilien hat Enne Freese vom Integrationslotsenteam Jever hergestellt, unterstützt wird das Projekt von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Elke Rohlfs-Jacob.


    In drei Gruppen von je etwa einem Dutzend Mädchen soll in diesem Herbst nun die Arbeit beginnen. Von heute bis Freitag können sich interessierte Mädchen von 15 bis 17 Uhr noch im Schloss einfinden. Nach einer Kennenlernphase werden dann im Oktober die Workshops beginnen. Erste Ergebnisse werden die Gruppen am dritten Advent präsentieren.