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    Veröffentlicht: 08.02.2019
    LIA

    Rauchen: Zug um Zug Gift für den Körper


    Anja Petzsch sucht Probanden für kostenlosen Entwöhnungskurs
    Weg mit der Zigarette: Anja Petzsch möchte Menschen helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen.  ©CORNELIA LÜERS
    Weg mit der Zigarette: Anja Petzsch möchte Menschen helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen.  ©CORNELIA LÜERS
    JEVER
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    „Wenn Raucher sich wirklich einmal damit auseinandersetzen würden, was sie ihrem Körper Tag für Tag antun, müssten sie alle von jetzt auf gleich die Zigaretten aus ihrem Leben verbannen“, sagt Anja Petzsch, die sich derzeit intensiv mit dem Thema Rauchentwöhnung auseinandersetzt. Die 38-Jährige absolviert seit 2016 an der privaten Fachhochschule Göttingen ein Fernstudium Psychologie. Jetzt steckt die frühere Zeitsoldatin, die zwölf Jahre bei der Marine war, mitten in ihrer Bachelorarbeit. Ihr Thema: „Untersuchung zur Intervention der Rauchentwöhnung.“


    „Das ist wirklich ein interessantes Thema, und ich suche nun für meine Studie Probanden, die an einem kostenlosen Rauchentwöhnungskurs teilnehmen möchten“, sagt Anja Petzsch im Gespräch mit dem Jeverschen Wochenblatt.


    Der achtwöchige Kurs, bei dem sämtliche Daten natürlich absolut vertraulich und anonym behandelt werden, diene in erster Linie einer Vorher-Nachher-Studie, so die dreifache Mutter, deren Kinder vier, sieben und neun Jahre alt sind.


    Auf der Grundlage des Online-Ausstiegsprogramms „Rauchfrei“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird sie die Teilnehmer beratend begleiten und steht mit praktischen Tipps, Ratschlägen und psychologischem Beistand zur Seite. Denn eines ist klar: Auf Zigaretten zu verzichten, ist für Raucher vor allem eine Kopfsache. Natürlich, so Petzsch, gebe es auch die körperliche Abhängigkeit vom Nikotin, doch das sei nach 10 bis 14 Tagen weitestgehend abgebaut. „Viel schlimmer ist die psychische Abhängigkeit, weil die geliebte Zigarette zu bestimmten Situationen einfach wie selbstverständlich dazugehört“, erklärt die Studentin, die neben ihrem Studium im psychosozialen Dienst in der Mutter-Kind-Kurklinik in Horumersiel arbeitet, wo sie auch bereits ein Praktikum absolviert hatte.


    Sie selbst habe als junge Frau auch mal zur Zigarette gegriffen, gibt Anja Petzsch zu. „Aber das war mal auf einer Party oder einfach so. Eine Abhängigkeit war da nie gegeben“, sagt die 38-Jährige, die heute froh ist, dieses Laster nicht zu haben. Sie weiß aus dem eigenen Bekannten- und Freundeskreis, dass Raucher oftmals viele erfolglose Versuche starten, um sich die Qualmerei abzugewöhnen und auch leicht rückfällig werden, wenn sie es vermeintlich geschafft haben.


    „Dabei muss man sich einmal bewusst machen, dass das Rauchen mehr Todesfälle als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Mode und Selbstmorde zusammen verursacht. Täglich sterben gut 300 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das wäre so, als würde täglich ein vollbesetzter Jumbo-Jet mit 300 Passagieren abstürzen. Würde man trotzdem fliegen oder wäre das zu riskant?“, fragt Anja Petzsch provozierend.


    Kontakt: Anja Petzsch, 04461/9254890