Artikel
    Veröffentlicht: 08.02.2019
    JW/HBU

    Schortens: Ein Baum zuviel unter der Kettensäge


    Grünen-Politiker Wolfgang Ottens kritisiert Nachlässigkeit bei Aktion in der Menkestraße
    Klaus Franzen und Kurt Timm bei den Sägearbeiten im Januar in der Heidmühler Menkestraße.   ©MICHAEL MEHRTENS
    Klaus Franzen und Kurt Timm bei den Sägearbeiten im Januar in der Heidmühler Menkestraße.   ©MICHAEL MEHRTENS
    HEIDMÜHLE
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    Der Grünen-Kommunalpolitiker und Bürgermeisterkandidat Wolfgang Ottens hat im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Menkestraße und der damit verbundenen Baumfällaktion deutliche Kritik an der Stadtverwaltung geübt. Das Rathaus „kümmert sich nicht um Beschlusslage und fällt in der Menkestraße einfach einen Baum mehr als beschlossen“, schrieb Ottens am Freitag in einer Pressemitteilung


    Er sei „konsterniert über soviel Nachlässigkeit“, denn dies zeige, welchen Stellenwert in der Stadt dem Umwelt- und Naturschutz beigemessen werde. „Unsere Bürgerinnen und Bürger haben das Auslichten der Bäume in der Menkestraße sehr kritisch begleitet, und wir als Grünen-Politiker haben es uns nicht leicht gemacht, aber im Sinne einer gesamtverträglichen Innenstadtverschönerung wurde gemeinsam mit SPD, FDP und UWG ein tragfähiger Kompromiss gefunden, der alle Aspekte berücksichtigt. Dieses haben wir versucht den Menschen zu erklären und um ihr Vertrauen für unsere Entscheidung geworben. Wie nachlässig und gedankenlos muss man an Stellen der Verwaltung eigentlich sein, um einen solchen „Mist“ zu bauen“, erklärt Ottens. „Ich hätte mir hier deutlich mehr Beaufsichtigung der Arbeiten durch die Verantwortlichen in der Verwaltung gewünscht.“


    Ottens sagt, er erwarte vom Bürgermeister die lückenlose Aufklärung dieses Fehlverhaltens, die Bezifferung des materiellen Schadens und eine Erklärung gegenüber den Bürgern. Dazu sei am 14. Februar in der Ratssitzung Gelegenheit. Auch über eine Nachpflanzung werde zu reden sein.


    Bürgermeister Gerhard Böhling erklärte sich im Gespräch mit dem Jeverschen Wochenblatt zu den Vorwürfen. „Es ist ärgerlich“, sagte er. Der Fehler sei beim Markieren der zu fällenden Bäume durch das Bauamt passiert, Mitarbeiter des Bauhofes hätten den markierten Baum dann abgesägt. Er habe davon erst diese Woche erfahren und sei „not amused“. Er stelle sich aber vor seine Leute, die gute Arbeit leisteten. „Fehlerlos sind wir alle nicht“, so Böhling.