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    Veröffentlicht: 07.02.2019
    OS

    „Sillensteder Gespräche“: Hat die Zeitung noch eine Zukunft?


    Bei der 20. Auflage der Gesprächsreihe dreht sich alles um das Thema Medien
    Wolfgang Machtemes links und Ulrich Menke-Bruckner vom Arbeitskreis Sillensteder Gespräche stellten das  Programm unter dem Titel Stand doch in der Zeitung vor.   ©ANNETTE KELLIN
    Wolfgang Machtemes links und Ulrich Menke-Bruckner vom Arbeitskreis Sillensteder Gespräche stellten das Programm unter dem Titel Stand doch in der Zeitung vor.   ©ANNETTE KELLIN
    SILLENSTEDE
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    Wohin geht es mit dem Journalismus, wenn die Halbwertzeit von Nachrichten immer kürzer wird? Ist die Zeitung – gedruckt oder als E-Paper – auf der Höhe der Zeit? Ist Lokaljournalismus eigentlich noch gefragt, und sind journalistische Erzeugnisse, egal ob über Ereignisse aus dem Dorf nebenan oder vom andern Ende der Welt, noch glaubwürdig? Unter dem Titel „Stand doch in der Zeitung …“ dreht sich in der Reihe „Sillensteder Gespräche“ alles um „das Blatt“.


    Die „Sillensteder Gespräche“ erleben nun die 20. Auflage. Einst entstanden in der Folge einer „politisch gefärbten Predigt“, die nach Aussage von Pastor Wolfgang Machtemes nicht allen gefiel, hatte sich damals ein Arbeitskreis entwickelt, der aktuelle Fragen aufgreifen und zur Diskussion stellen will. Dem Arbeitskreis gehören derzeit sechs Männer aus unterschiedlichen Berufsgruppen an, aus dem ursprünglichen Kreis ist neben Machtemes noch Klaus Berger dabei.


    Um das Thema rund um die Zeitung möglichst praxisnah zu beleuchten, wurden wieder etliche erfahrene Fachleute eingeladen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven den Fragen nähern. Es gehe einmal um Journalismus als Handwerk und um die Frage, ob Zeitung früher tatsächlich besser gewesen oder ob das nur ein subjektiver Eindruck sei. Natürlich geht es auch um „Fake News“ und die Frage, wie möglicherweise Zeitungen einen „Hype“ befeuern.


    Über allem steht die Frage der Zukunft von Lokaljournalismus. In Zeiten, in denen aus Zeitungsverlagen Medienhäuser werden und „Social Media“ das Zauberwort schlechthin ist, sei die Frage berechtigt, wie lange es überhaupt noch eine Zeitung gibt, die man als knisterndes Papier zwischen den Fingern halten kann, so Machtemes. Auch die Frage nach der zukünftigen Taktung der Neuigkeiten müsse erlaubt sein, sagte Ulrich Menke-Bruckner aus dem Arbeitskreis. Darüber hinaus soll in der Reihe ergründet werden, wie die Leser ihre Zeitungen wahrnehmen und was sie sich von ihr wünschen. Auf dem Podium sitzen Zeitungsmacher vom Jeverschen Wochenblatt, der Wilhelmshavener Zeitung und der Nordwest-Zeitung, die Moderation übernimmt die Journalistin Carola Schede. Alle Abende beginnen um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in Sillenstede.


    Die Termine


    12. Februar,19.30 Uhr: „Sagen, was ist! Journalismus gestern, heute, morgen“ mit Lars Reckermann (Chefredakteur Nordwest-Zeitung Oldenburg) und Jürgen Westerhoff (Journalist) aus Wilhelmshaven


    19. Februar, 19.30 Uhr: „Ringen um Glaubwürdigkeit – Journalismus zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ mit Michael Konken aus Wilhelmshaven (langjähriger Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbands, DJV) und Rolf Seelheim (langjähriger Chefredakteur Nordwest-Zeitung Oldenburg)


    26. Februar, 19.30 Uhr: „Lokaljournalismus – warum noch? Verantwortung und Möglichkeiten in Zeiten der Digitalisierung“, Diskussion mit Helmut Burlager (Redaktionsleiter Jeversches Wochenblatt und Anzeiger für Harlingerland), Oliver Braun (Redakteur NWZ-Agentur Jever), Gerd Abeldt (Chefredakteur Wilhelmshavener Zeitung) und Jutta Przygoda (NDR-Korrespondentenbüro Wilhelmshaven), Moderation Carola Schede