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    Veröffentlicht: 08.11.2019
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    Stadt Schortens lässt neue Potenzialstudie erstellen


    Pro und Contra bei der Windkraft stets neu abgleichen – Thema im Fachausschuss
    Die Stadt will eine neue Standortpotenzialstudie für Windkraft in Auftrag geben.   ©MICHAEL MEHRTENS
    Die Stadt will eine neue Standortpotenzialstudie für Windkraft in Auftrag geben.   ©MICHAEL MEHRTENS
    SCHORTENS
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    Windräder sind ein lukratives Geschäft, sind das Standbein der Energiewende und durchaus auch politischer Sprengstoff in Kommunen. Die einen sprechen sich für mehr Windkraft aus, die anderen wollen die weitere Verspargelung der Landschaft verhindern.


    Bislang galt für das Stadtgebiet, dass es keine freien Flächen mehr gibt, auf denen noch Windkraftgeneratoren aufgestellt werden können, die Planungsgrundlagen für Schortens ließen keine weiteren Windparks zu. Ist das immer noch so?


    Im Planungsausschuss der Stadt, dessen Mitglieder am Mittwoch, 20. November, 17 Uhr, im Bürgerhaus tagen, steht unter dem Tagesordnungspunkt zwölf „die mögliche Einleitung einer erneuten Windpotenzialstudie nach Beratung in den Fraktionen“.


    Im Verwaltungsausschuss kamen folgende Fragen auf: Gibt es durch veränderte Rahmenbedingungen und das neue Raumordnungsprogramm des Landkreises substanziell Raum für die Windkraft? Halten die bisherigen Pläne der Stadt den neusten Rechtssprechungen stand?


    Die Frage beim Für und Wider ist nicht einfach zu beantworten. Vielmehr müssen harte und weiche Kriterien gegeneinander abgewogen werden, in einer Studie werden Pro und Contra übereinandergelegt.


    „Ziel der Betrachtung muss es aus Sicht der Stadtverwaltung sein, dass die Stadt Schortens die Steuerung der Windkraft vornimmt“, so die Begründung. Man will es im Rathaus verhindern, dass durch neue Urteile plötzlich Investoren einen Standort zugewiesen bekommen, den die Stadt eigentlich nicht gut findet.


    Deshalb soll eine neue Standortpotenzialstudie für den Bereich Ostiem in Auftrag gegeben werden. Das sei ein vorsorglicher Schritt, denn „auch wir als Stadt müssen auf das Repowering des Windparks Ostiem eingehen“, sagte Bürgermeister Gerhard Böhling unserer Zeitung. „Wir müssen da jetzt was unternehmen.“ Die Kosten für die Studie liegen bei gut 30 000 Euro.


    In den vergangenen Jahren waren immer wieder Flächen bei Accum, Grafschaft und Sillenstede für Windparks interessant, der Bau wurde mit dem Argument verhindert, dass Schortens bereits mehr als 100 Prozent Windkraft im Vergleich zu anderen Kommunen besitzt. Nun weiß man aber nicht, ob der Zustand für die nächsten Jahr(zehnt)e gilt.