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    Veröffentlicht: 05.11.2019
    JW

    Viele Ideen zum Klimaschutz in Wilhelmshaven und Kritik an Berlin


    Referenten des Energietags stellten die zahlreichen Chancen durch erneuerbare Energien vor
      ©PIXABAY/SYMBOLBILD
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    WILHELMSHAVEN
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    Zum zwölften Mal fand der Energietag 5.0 in der Jade-Hochschule statt.


    Viel Kritik am umweltpolitischen Kurs der Bundesregierung wurde deutlich: sowohl in den Grußworten von Wirtschaftsminister Althusmann und des Bürgermeister Uwe Reese als auch in den Vorträgen der Wirtschaftsreferenten. Paul Schneider von der EWE Oldenburg, Abteilung Wasserstoff, erläuterte, dass die Langzeitspeicherfähigkeit der erneuerbaren Energien über die Wasserstoffproduktion hier an der Küste für Bürgergenossenschaften eine gute Einnahmequelle wäre, dass aber der langsame Netzausbau und die fehlende Akzeptanz in der Bevölkerung den Fortschritt behindern. Unter dem Thema „Wind und Solar im Energiesystem der Zukunft“ sprach Heiko Rüttel von Enercon über den steigenden Bedarf an Wind- und Solarstrom bei Anstieg der Weltbevölkerung und die Gefahr für Arbeitskräfte durch den Stillstand beim Windparkausbau. „Wenn der politische Kurs in Deutschland so weitergefahren wird, wird es uns Windradherstellen genauso gehen, wie wir es bei der Solarbranche gesehen haben“, beklagte Rüppel.


    Prof. Dr. Nathali Tatjana Jänicke von der Jade-Hochschule stelle die klimaschonende und nachhaltige Planung von Stadt- und Ortsteilen nach neuesten Bauvorschriften und Umweltbestimmungen vor. Ein positives Beispiel aus der Region ist die Papier- und Kartonfabrik Varel, die im Normalfall den Betrieb zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien schafft. Die 5-15 Megawatt überschüssigen Strom im Recycling wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Ziel der Fabrik sei auch, mögliche Schadstoffe vollständig zu reduzieren.